Prachtvolle Magnolien für den Hausgarten

Purpur-Magnolie WuchsformFoto: Trubaieva Svitlana/Shutterstock Die Purpur-Magnolie wächst nicht höher als 4 m.

Magnolien zählen zum Edelsten, was das Gehölzsortiment für unsere Gärten zu bieten hat. Nicht umsonst findet sich etwa die Tulpen-Magnolie (Magnolia x soulangeana) oft solitär stehend in Parks. Es gibt aber auch einige niedrig wachsende Arten, sodass Sie auch in kleineren Hausgärten nicht auf diese besonderen Gehölze verzichten müssen.

Dank ihrer opulenten Blütenpracht sorgen Magnolien für ein subtropisch-exotisches Schauspiel, ein wahres Geschenk der Natur und vieler eifriger Züchter. Das Farbspektrum der Magnolienfamilie reicht je nach Art und Sorte vom zarten Weiß über ein warmes Rosa, ein kräftiges Violett bis hin zum weniger bekannten Schwefelgelb, das bei einigen Sorten auch sehr kräftig ausfallen kann.

Viele neue Blütenformen und spektakuläre Farben sind vor allem von den amerikanischen Züchtungen zu erwarten. Eine Kostprobe liefert etwa die goldgelb blühende Sorte ‘Golden Sun’, die aus einer Kreuzung von Magnolia x acuminata und M. x denudata in den USA entstand. Da sie 3–7 m groß wird, eignet sich diese Sorte aber eher für größere Hausgärten.

Die meisten Magnolienarten sind in Nordamerika, im nördlichen Südamerika oder in Asien beheimatet. Doch vor der Eiszeit waren Magnolien auch in mitteleuropäischen Wäldern heimisch. Zusammen mit dem Tulpenbaum gehören sie zur Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae), einer uralten Pflanzenfamilie, deren Entwicklung vor vielen Millionen Jahren begann. Zu den rudimentären Kennzeichen dieser alten Pflanzengruppe zählen z.B. zapfenförmigen Fruchtstände, die bis weit in den Winter hinein das kahle Geäst zieren.

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Mit Bedacht pflanzen

Magnolien lieben einen tiefgründigen und lockeren Boden mit ausreichender Bodenfeuchte. Er sollte sandig-humos bis sandig-lehmig sein. Ideal sind neutrale bis leicht saure Standorte. Auf schweren und verdichteten Lehmböden „quittieren sie schnell den Dienst“ oder wachsen kaum.

Die flachstreichenden, fleischigen Wurzeln sind etwas empfindlich. Behandeln Sie sie bei der Pflanzung schonend, denn die Wurzeln brechen leicht ab und können bei Gartenarbeiten im Kronenbereich leicht verletzt werden. Pflanzen Sie am besten im Frühjahr. Das Pflanzloch sollte hierfür nicht zu knapp bemessen sein. Setzen Sie die Pflanze lieber einen „Tick“ höher als zu tief. Meist setzt sich das Substrat in der Pflanzgrube von selbst noch etwas.

Da Magnolien empfindlich auf Bodenverdichtungen reagieren, verzichten Sie auf das bekannte An- und Festtreten der Erde im Bereich des Pflanzballens. Ein sorgfältiges Einschwemmen und ein anschließendes Anbinden an Pfähle (bei größeren Exemplaren) genügt.

Die Baumscheibe sollte möglichst großzügig bemessen werden. Vor allem in den ersten Jahren können Sie sie etwa 5 cm hoch mit Rindenmulch abdecken. Beengte Standorte, die kaum offene Baumscheiben zulassen, und Pflasterungen bis weit an den Wurzelhals vertragen Magnolien sehr schlecht.

Magnolien mögen es sonnig

Die edlen Blütengehölze lieben einen freien und sonnigen Standort, an dem sie sich unbedrängt und wirkungsvoll entfalten können. Lichter Schatten wird noch vertragen. Sehr wichtig sind vor allem für die sehr früh blühenden Arten windgeschützte und warme Standorte. Nur allzu leicht wird die kostbare Blütenpracht von Spätfrösten verbräunt oder zerstört.

Stern-MagnolieFoto: Natalia Maliseva/Adobe Stock Stern-Magnolie

Auf Schnitt weitgehend verzichten

Viele Magnolienarten wachsen sehr langsam und formen im Laufe der Jahre bizarre Astgeflechte, die auch noch im Winter ohne Laub- und Blütenschmuck wirken. In der Regel gilt: je älter, desto schöner. Bei einer Magnolie an einem freien Standort lassen Sie Säge und Schere am besten stecken. An den Pflanzen „herumzuschnibbeln“ ist kontraproduktiv. Wird die Pflanze doch zu ausladend, können Sie besser einen ganzen Ast an der Basis herausnehmen.

Die verschiedenen Wuchsformen

Zu den strauchartig wachsenden Magnolien zählen z.B. die Stern-Magnolie und Purpur-Magnolie. Zu Großsträuchern wachsen die Tulpen-Magnolie, die Siebold-Magnolie sowie die Großblumige Magnolie (M. x loebneri) heran.

Kleine Bäume bilden die Kobushi-Magnolie (M. kobus) und die Tulpen-Magnolie. Übergänge der einzelnen Gruppen sind möglich, denn vor allem die Standortqualität bestimmt die spätere Endgröße mit.

Besonders die nordamerikanischen Arten, wie z.B. die grün-gelb blühende Blaue Gurken-Magnolie (Magnolia acuminata), weisen ein starkes baumartiges Wachstum auf. Viele asiatische Arten zeichnen sich durch einen eher gemäßigten Wuchs aus.

Ebenso ist eine Einteilung nach Farbgruppen in Weiß, Rosa/Purpurrot oder Gelb denkbar. Raritätengärtnereien bieten zudem Arten mit besonders großen Blattrosetten an. So bilden Magnolia acuminata Blätter von 10–30 cm und die Honoki-Magnolie (M. hypoleuca, syn. M. obovata) Blattrosetten von 20–40 cm aus und die Blätter der Schirm-Magnolie (M. tripetala) erreichen eine Länge von 30–60 cm. Das ist ein interessantes, noch wenig bestelltes Feld für passionierte Sammler und „Pflanzenjäger“.

Kleinwüchsige Arten und Sorten

Die Stern-Magnolie (Magnolia stellata) hüllt sich bereits im März, wenn Blaustern, Krokus, Wildtulpen und Narzissen sich aus der Deckung wagen, in einen weißen, duftenden Blütenschleier. Sie bleibt mit 1–2 m klein, macht ihren geringen und langsamen Wuchs aber locker durch dekorative, sternförmige Blüten wett. Da ihr Blütenspektakel oft Nachtfrösten zum Opfer fällt, ist sie besonders für geschützte Standorte dankbar, z.B. nahe der Hauswand oder des Gartenhauses.

Purpur-MagnolieFoto: Neder Die Purpur-Magnolie blüht von April bis Mai. Steht sie etwas lichtschattiger, kann dies ein kleiner Vorteil sein, da sich die Blüten dann erst etwas später öffnen. Mit einem Gartenvlies können Sie Schutz vor Spätfrösten schaffen. Das Auflegen ist bei der geringen Pflanzengröße weniger das Problem. Meist vergisst man einfach den rechtzeitigen Frostschutz.

Noch frostgefährdeter ist die in Gärten wenig verbreitete, wunderschöne Lilien-Magnolie (Magnolia denudata, 2–4 m). Sie gilt mit ihren weißen Lilienblüten als eine der schönsten Arten. Sie ist einer der Eltern für die zauberhafte und gern verwendete Tulpen-Magnolie.

Ende April bis Mai ist der große Auftritt der Purpur-Magnolie (Magnolia liliiflora, 2–4 m). Hiervon sind im Sortiment der Baumschulen eine Reihe sehr schöner Sorten vertreten. Bekannt sind z.B. die Sorten ‘Nigra’ (3–4 m) und ‘Susan’. Letztere wächst zu einem 2–3 m großen Strauch heran und besitzt weinrot bis rosa gefärbte Blüten. Sie blüht nach dem ersten Frühlingsflor oft noch einmal nach. Luftfeuchte Standorte sagen ihr besonders zu.

Zu den im Sommer blühenden Magnolien zählt die Siebold-Magnolie (Magnolia sieboldii, 2,50–4 m). Sie schickt ihre weißen Blüten mit karminroten Staubgefäßen erst ab Juni „ins Rennen“.


Thomas Neder
Kreisfachberater im Landkreis Coburg

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