Armaturen-Auswahl für Bad und Küche: Darauf kommt es an!

KüchenarmaturFoto: Hansgrohe Spültisch-­Armatur mit sanftem Flächenstrahl zum Abbrausen und hohem Auslauf zum Wasser zapfen.

Wasser marsch, aber richtig

Ein Griff – und das Wasser fließt. Ob beim Kochen, Abspülen oder Zähneputzen: Armaturen werden in jedem Haushalt täglich vielfach genutzt. Ihre Funktion ist für uns selbstverständlich, ihr Einfluss auf das Raumgefühl wird dagegen oft unterschätzt. Dabei prägen sie das Erscheinungsbild von Küche und Bad entscheidend mit. Denn es geht längst nicht nur um den Wasserfluss. Moderne Armaturen helfen beim Energiesparen, schonen Ressourcen und erhöhen den Wohnkomfort. Die Auswahl ist groß. Wer sich vor dem Kauf einen Überblick verschafft, findet schneller die passende Lösung.

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Technik, Ergonomie und Stil

Zunächst ist entscheidend, wie das Warmwasser bereitgestellt wird. In vielen Altbauten übernehmen das noch Boiler oder Durchlauferhitzer. Hier ist in der Regel eine Niederdruckarmatur erforderlich, erkennbar an den drei Anschluss-Schläuchen.

Wenn Sie den alten Boiler weiter nutzen wollen, sollten Sie sicherstellen, dass die neue Armatur die zulässige Durchflussmenge nicht überschreitet – sonst wird es beim Duschen plötzlich unangenehm kalt. Wichtig zu wissen: Bei Boilern oder Durchlauferhitzern, die älter als 15 Jahre sind, macht sich ein Austausch oft schnell bezahlt, da moderne, elektronisch geregel­te Geräte deutlich energieeffizienter arbeiten und weniger Strom benötigen.

EinhebelarmaturFoto: Dornbracht

Kommt das Warmwasser zentral über Fernwärme oder eine Heizungsanlage, genügt eine Hochdruckarmatur mit zwei Anschlüssen. Auch moderne Durchlauferhitzer benötigen diesen Typ. Bei der Bedienung hat sich der Einhebelmischer durchgesetzt: Mit nur einer Hand lassen sich Wassermenge und Temperatur einfach regulieren. Das spart Zeit und Was­ser. Zweigriffarmaturen setzen mit ihrem Design bewusst klassische oder auffällige Akzente.

Beim Material hat sich Edelstahl bewährt, das hygienisch, rostfrei und langlebig ist – wahlweise glänzend, matt oder gebürstet. Wer gestalterische Akzente setzen möchte, findet auch farbige Alternativen. Schwarze Armaturen kontrastieren edel zu Weiß oder Holz, Varianten in Roségold, Kupfer oder Bronze harmonieren mit Industrial Design und unterstützen individuelle Konzepte.


Flexibilität und Komfort

In der Küche punkten Armaturen mit beweglichem Auslauf: Sie lassen sich schwenken oder sogar komplett drehen. Das ist optimal für den Einsatz in Doppelspülen oder auf Kochinseln. Auch die Höhe des Auslaufs zählt: Wer oft große Töpfe befüllt, braucht genügend Freiraum. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Spezialfunktionen. Ob diese sinnvoll sind oder nicht, entscheiden die persönlichen Vorlieben. Hier einige Beispiele:

Ausziehbare Brausen erhöhen die Reichweite, erleichtern das Reinigen von Obst und Gemüse oder das Spülen großer Behälter. Manche Armaturen bieten sogar eine Feinstrahlfunktion speziell für empfindliche Kräuter o.Ä.

AusziehbrauseFoto: Hansgrohe Eine Ausziehbrause am Hand­waschbecken ist äußerst praktisch.

Bei Spülen, die vor dem Fenster stehen, kommen spezielle Vorfensterarmaturen zum Einsatz. Sie lassen sich umlegen, absenken oder sogar herausnehmen, um das Fenster problem­los öffnen zu können.

Komfort bieten auch Dosierarmaturen, bei denen per Knopfdruck eine feste Wassermenge gewählt werden kann, beispielsweise ein halber Liter für den Kochtopf. Der Wasserfluss stoppt dann automatisch. Das spart nicht nur Energie und Wasser, sondern auch viel Zeit, denn niemand muss mehr neben dem Topf warten, bis er gefüllt ist.

sensorgesteuerter WasserhahnFoto: Hansa Sehr hygienisch: berührungslos sensor­gesteuerte Armatur. Besonders hygienisch sind sensorgesteuerte Modelle: Eine Handbewegung genügt, um Wasser fließen zu lassen – praktisch bei fettigen oder verschmutzten Händen.

Weitere Komfortlösungen sind Heißwasserarmaturen mit bis zu 95 °C heißem Wasser di­rekt aus dem Hahn. So ist ein Tee sehr schnell zubereitet, und auch das Nudelwasser kann sofort zum Kochen genutzt werden. Details hierzu finden Sie im Infokasten.

Soda-Armaturen reichern das Leitungswasser mit Kohlensäure an und machen es so zu sprudelnd-frischem Trinkwasser direkt aus dem Hahn. Dafür ist ein CO₂-Zylinder integriert. Wich­tig: Unter der Spüle muss Platz für die Tech­nikmodule sein – und für Heißwasserlö­sun­gen wird ein Stromanschluss benötigt.

Kochend heißes Wasser direkt aus dem Hahn

Für den Tee am Morgen oder die Wärmflasche: Der HOT 2.6 N Premium von Stiebel Eltron liefert kochend heißes Wasser (bis zu 95 °C) direkt aus dem Hahn – in Sekundenschnelle, ganz ohne Vorheizen. Damit wird der Wasserkocher überflüssig und der Alltag spürbar komfortabler.

Die integrierte 3-in-1-Armatur spendet kaltes, warmes und kochend heißes Wasser – und das besonders sicher: Der spezielle Drück-Dreh-Griff schützt zuverlässig vor Verbrühungen. Erst durch gleichzeitiges Drücken und Drehen fließt kochendes Wasser. So kann es nicht versehentlich gezapft werden – ein Plus an Sicherheit für Haushalte mit Kindern oder älteren Personen.

Das kompakte Untertischgerät mit 2,6 l Speichervolumen arbeitet drucklos, ist gut gedämmt und verschwindet platzsparend unter der Spüle.

 


Lösungen für jedes Bad

Im Bad setzen Armaturen vor allem gestalterische Akzente. Bei Aufputzmodellen bleiben alle Teile sichtbar und lassen sich leicht austauschen. Unterputzlösungen verlagern Technik und An­schlüsse in die Wand – das wirkt aufgeräumt und edel, setzt aber einen größeren Montageaufwand voraus.

Auch an Waschbecken, Dusche und Badewan­ne überzeugen Einhebelarmaturen mit ihrer einfachen Bedienung. Thermostat­armaturen erhöhen den Komfort: Temperatur und Strahlstärke lassen sich voreinstellen – ideal für Fami­lien oder Senioren. Eine integrierte Temperatur­sperre schützt vor Verbrühungen. Noch mehr Komfort bieten elektronisch gesteuerte Varianten, die sich per Touchscreen oder Fernbedienung steuern lassen.

Für die Badewanne gibt es durchdachte Speziallösungen, die Funktionalität und Design vereinen. In kleinen Bädern sorgen wand­nahe oder in die Wand integrierte Armaturen für Platz­ersparnis und mehr Bewegungsfreiheit.

In großzügigen Räumen setzen freistehende Armaturen auf Standrohren elegante Akzente – oft kombiniert mit separaten Handbrausen. Besonders wirkungsvoll sind sogenannte Schwall­ausläufe: Sie leiten das Wasser wie ein sanfter Wasserfall in die Wanne und schaffen eine entspannte, Spa-ähnliche Atmosphäre. Einige Modelle verfügen zudem über integrierte Thermostattechnik oder lassen sich per Touch oder App steuern – für noch mehr Komfort im Alltag.

Duscharmaturen - clevere Technik

Auch bei Duscharmaturen lohnt ein Blick auf Technik und Funktion. Aufputzvarianten lassen sich unkompliziert installieren, während Unterputzmodelle dezenter wirken. Druckausgleichsarmaturen, sogenannte Pressure-Balancing-Systeme, gleichen Druckschwankungen aus und sorgen für stabile Temperaturen. Noch präziser arbeiten Thermostatventile, bei denen Temperatur und Strahlstärke getrennt einstellbar sind. Wenn Sie verschiedene Wasserquellen wie Hand- und Kopfbrause nutzen möchten, achten Sie auf integrierte Diverter-Ventile, die den Was­serfluss je nach Bedarf umleiten.


Effiziente Wassersparer

Spararmaturen arbeiten in der Regel mit der Beimengung von Luft, um trotz reduziertem Wasserverbrauch ein volles, angenehmes Strahlbild zu erzeugen. Spezielle Durchflussbegrenzer oder Perla­toren werden deswegen meist im Bad eingesetzt. Sie mischen dem ausströmenden Wasser viel Luft bei und senken so den Verbrauch um bis zu 60 % – ohne Komfortverlust. Vor allem beim Händewa­schen oder Duschen ist das spürbar effizient. Viele Sys­teme lassen sich auch in vorhandene Armaturen nachrüsten.


Fazit – was beim Kauf zählt

Einfache Armaturen gibt es schon ab rund 30 Euro, während hochwertige Modelle mit aufwendiger Technik und edlen Materialien teils mehr als 1000 Euro kosten können. Entscheidend für Funktion und Lebensdauer ist eine zuverlässige Verarbeitung. Achten Sie deshalb auf die Zertifizierung durch den Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW). Sie garantiert, dass die Armatur alle deutschen Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und technische Qualität erfüllt.

Auch lange Garantiezeiten sind ein Qualitätsmerkmal: Viele Markenhersteller bieten bis zu fünf Jahre. Wer besonderen Wert auf Ruhe legt, sollte zudem auf die Geräuschklasse achten. Armaturen der Klasse I verursachen bei 3 bar Wasserdruck weniger als 20 Dezibel. Das ist angenehm leise und etwa bei angrenzenden Schlaf- oder Kinderzimmern von Bedeutung.

In Regionen mit kalkhaltigem Wasser – wie vielerorts in Bay­ern – empfiehlt sich eine Armatur mit integrierter Anti-­Kalk­-Funktion. Sie verhindert zwar nicht, dass sich Kalk bildet, spe­zielle Technologien wie Silikon­-Lamellen am Strahlregler oder an den Strahldüsen machen es jedoch möglich, dass sich Abla­gerungen einfach abreiben lassen. Das erleichtert die Reinigung.

Unterm Strich zählt der Alltag: Passt die Armatur zur Nutzung, zur Raumoptik und zu den individuellen Bedürfnissen? Wer über diese Punkte vor dem Kauf nachdenkt, investiert in ein 
Produkt, das für viele Jahre Freude macht.


Claas Appold

 

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