Frischer Look, besserer Schutz

So wird Ihre Fassade zukunftssicher

Frischer Look, besserer SchutzFoto: rades/Adobe Stock/Ursa Bei den Sanierungskosten sollten Sie den Aufwand für ein Gerüst mit einrechnen.

Die Außenhülle eines Hauses prägt nicht nur dessen Erscheinungsbild – sie übernimmt auch eine wichtige Schutzfunktion. Wie eine Haut umgibt die Fassade das Gebäude und ist dabei permanent Wind, Temperaturschwankungen, UV-Strahlung und Feuchtigkeit ausgesetzt. Diese Belastungen hinterlassen mit den Jahren zwangsläufig Spuren. Eine Fassadensanierung ist deshalb nicht nur eine Frage der Optik, sondern trägt auch entscheidend zum Werterhalt, zur Wohnqualität und zur Energieeffizienz bei.

Vor allem bei älteren Gebäuden entweichen bis zu 30 % der teuren Heizenergie über die Außenwände. Je älter das Haus, desto größer die Verluste. Besonders Gebäude, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 errichtet wurden, besitzen in der Regel kaum einen wirksamen Dämmschutz. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, die Sanierung der Fassade in Angriff zu nehmen?

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Wärmedämm-VerbundsystemFotocollage: Saint-Gobain Weber/txn Fassadensanierung mit einem Wärmedämm-Verbundsystem

Nur renovieren oder sanieren?

Hausbesitzer sollten die Fassade regelmäßig auf sichtbare Schäden inspizieren. Wer kleine Mängel frühzeitig beseitigt, vermeidet größere Folgeschäden. Das Reinigen der Außenwände und ein neuer Anstrich gelten als klassische Renovierung, verbessern aber lediglich die Optik. Wenn jedoch der Putz bröckelt, sich an den Wänden Risse zeigen oder feuchte Stellen oder Verfärbungen sichtbar werden, dringt meist schon Feuchtigkeit ins Mauerwerk ein. Dann ist eine umfassende Sanierung erforderlich, und Sie sollten einen Fachhandwerker hinzuziehen.

Infrarotkamera BildFoto: Saint-Gobain Weber/txn Eine Infrarotkamera macht deutlich, wo das Haus am meisten
Heizenergie verliert.

Sobald eine Fassadensanierung in größerem Umfang erfolgt, greifen gesetzliche Vorschriften: Werden mehr als 10 % der Fassadenfläche saniert, muss die gesamte Fassade die Dämmvorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) 2024 erfüllen. Ausgenommen sind denkmalgeschützte Gebäude.

Welche Dämmung passt zum Haus?

Als wirtschaftlich und effizient gilt das Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS). Hier wird die Dämmschicht direkt auf der Außenwand oder auf einem bestehenden WDVS angebracht. In der Regel wird die Dämmung dann verputzt und gestrichen. Bei fachgerechter Ausführung lassen sich optimale Dämmwerte erzielen, und Wärmebrücken werden vermieden.

EinblasdämmungFoto: Ursa/txn Die Einblasdämmung ist für intakte Fassaden geeignet.

Verschiedene Hersteller bieten komplette, aufeinander abgestimmte Systeme an – vom Kleber bis zum Oberputz. Als Dämmstoffe kommen Materialien wie Glas- oder Steinwolle, Holzfaserplatten oder extrudiertes Polystyrol (XPS) zum Einsatz. Gut zu wissen: Es gibt recyclingfähige WDVS, bei denen alle Komponenten später wieder sortenrein getrennt und weiterverwertet werden können.

Für die Putzfassade als klassische Oberflächenvariante empfehlen Fachleute mineralische, biozidfreie Putze. Diese sind diffusionsoffen, lassen die Fassade „atmen“ und trocknen nach einem Regen besonders schnell ab. Damit wird der Befall durch Algen und Pilze gehemmt, ohne dass umweltschädliche Biozide enthalten sind.

Was viele nicht wissen: Auch die Farbe beeinflusst die Haltbarkeit. Denn dunkle Töne absorbieren Sonnenstrahlen und heizen die Oberfläche stark auf. Das kann zu Spannungen und langfristig zu Rissen im Putz führen. Wer dunkle Farben bevorzugt, sollte deshalb moderne Anstriche mit speziellen TSR-Pigmenten („Total Solar Reflectance“, auf Deutsch: totale solare Rückstrahlung) wählen. Diese reflektieren einen Teil der Sonnenstrahlung und minimieren die Aufheizung.

Fassadenziegel aus Ton und LehmFoto: Creaton/txn Fassadenziegel aus Ton und Lehm sind sehr robust. Sie kommen als äußerer Abschluss einer VHF zum Einsatz.

Wer statt Putz eine robustere Optik wünscht, kann das WDVS auch mit Fassadenelementen wie Klinker- oder Steinriemchen kombinieren. Die Verblendungen sind langlebig und weitgehend witterungsunempfindlich.

Bei der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade (VHF) liegt zwischen der Dämmschicht und der äußeren Verkleidung eine Luftschicht. Diese sorgt für eine ständige Hinterlüftung, sodass Feuchtigkeit schnell abtrocknet. Dadurch eignet sich das System besonders für Holzelemente, die empfindlich auf Nässe reagieren. Auch für Häuser in schattigen, feuchten Lagen ist die VHF eine gute Wahl. Die Dämmdicke kann flexibel an die Energiesparziele angepasst werden, die abschließende, sichtbare Verkleidung wird dann in Holz, Schiefer, Metall, Faserzement oder Kunststoff ausgeführt. Die Bauweise ist allerdings aufwendiger und damit meist teurer als das WDVS.

VHF - hinterlüfteten FassadeFotocollage: Dörken/txn VHF bieten einen großen gestalterischen Spielraum.

Für Häuser mit zweischaligem Mauerwerk, bei denen die Fassade noch intakt ist, bietet sich zur energetischen Sanierung die sogenannte Einblasdämmung an. Hierbei wird ein loser Dämmstoff (z.B. Zellulose, Perlite oder Mineralwolle) in den Hohlraum zwischen den Mauerschalen eingeblasen. Diese Methode ist kostengünstig und ohne große Baumaßnahmen möglich. Sie verbessert die Wärmedämmung, ohne das äußere Erscheinungsbild des Eigenheims zu verändern – ideal für Eigentümer, die ihre Fassade erhalten möchten, aber dennoch die Heizkosten senken wollen. Wichtig: Die Ausführung sollte stets durch einen Fachbetrieb erfolgen, der vorab prüft, ob alle Hohlräume lückenlos verfüllt werden können.

Moderne Fassaden können mehr

NistkastenFoto: Saint-Gobain Weber/txn Nistkasten, integriert in WDVS

Eine gut gedämmte Fassade spart Heizkosten und sorgt für ein angenehmes Wohnklima – im Winter wie im Sommer. Auch Brand- und Schallschutz lassen sich verbessern. Doch die Details sind entscheidend: Fenster, die älter als 30 Jahre sind, sollten bei der Fassadensanierung mit erneuert werden. Selbst wenn sie noch intakt wirken, geht hier in der Regel sehr viel Wärme verloren.
Wichtig ist, die neuen Fenster ohne Wärmebrücken in die Dämmung zu integrieren. Das gilt auch für Balkonanschlüsse, Vordächer oder Haustüren. Für Außenjalousien gibt es gedämmte Rollladenkästen als Fertiglösung. Sogar Türsprechanlagen oder Nistkästen lassen sich mit dem abgestimmten Systemzubehör wärmebrückenarm montieren.

Regionale Vorgaben beachten

Unabhängig davon, welches Fassadenmaterial Sie wählen, sollten Sie sich vorab bei der Gemeinde erkundigen, ob für Ihr Gebäude spezielle Vorgaben gelten. In Bayern legen Bebauungspläne oder Gestaltungssatzungen in vielen Orten fest, welche Farben oder Materialien für die Fassade zulässig sind. Diese Regelungen sollen das Ortsbild erhalten und für ein harmonisches Straßenbild sorgen. Wer die Vorschriften ignoriert, riskiert im schlimmsten Fall, die neue Fassade wieder zurückbauen zu müssen.

Kosten und Fördermöglichkeiten

Eine Fassadensanierung mit Wärmedämmung steigert die Energieeffizienz und den Wert der Immobilie. Das kann für Hausbesitzer und Eigentümergemeinschaften ein zusätzlicher Anreiz sein, in die Modernisierung zu investieren. Die Kosten unterscheiden sich je nach Dämmverfahren, Material und Arbeitsaufwand teils erheblich.

dunkle FassadeFoto: Saint-Gobain Weber/txn Dunkle Fassaden sollten vom Fachmann geplant werden, da sie sich in der Sonne stärker aufheizen können.

Besonders günstig ist die Kern- oder Einblasdämmung. Sie kostet meist zwischen 15 und 50 Euro pro Quadratmeter. Das WDVS bewegt sich zwischen 90 und 140 Euro. Am teuersten ist die VHF mit 90 bis 300 Euro. Gerüstkosten und Vorarbeiten kommen hinzu.

Finanzielle Unterstützung gibt es durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit bis zu 20 % Zuschuss (max. 12.000 Euro). Die KfW bietet zinsgünstige Kredite bis 120.000 Euro an. Alternativ ist ein Steuerbonus möglich. Details kennen die Fachbetriebe vor Ort oder ein Energiefachberater, den Sie schon in der Planungsphase hinzuziehen sollten. Die Experten können auch berechnen, wie lange es ungefähr dauert, bis sich die Sanierung bezahlt gemacht hat.

Jonathan Schäfer

 

Weitere Informationen ...

... zu Fördermitteln

BAFA Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
www.bafa.de

KfW Bank
https://bit.ly/kfw_wohngebaeude_kredit_261

... zur Energieberatung

Energieberatung der Verbraucherzentrale
www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

Energieeffizienz-Experten
www.energie-effizienz-experten.de

... zur Fassadensanierung

Ewald Dörken
www.doerken.de

Informationszentrum Beton
www.beton.org

James Hardie Europe
www.jameshardie.de

Saint-Gobain Weber
www.de.weber

URSA Deutschland
www.ursa.de

Wienerberger
www.creaton.de

 

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